Affenpocken scheinen laut aktuellen Erkenntnissen zwar noch kein Pandemie-Potenzial wie etwa das Coronavirus zu haben – gerade für Sexarbeiterinnen* stellen sie jedoch ein Gesundheitsrisiko dar, das im Auge behalten werden sollte.

 

Was sind Affenpocken?

Affenpocken sind eine durch Affenpockenviren verursachte Viruserkrankung (Zoonose).

 

Wer ist betroffen?

Bestimmte Personengruppen haben angesichts der epidemiologischen Lage ein hohes Risiko, sich mit Affenpocken zu infizieren. Betroffen sind derzeit in erster Linie Personen mit häufig wechselnden sexuellen Kontakten, insbesondere Männer mit gleichgeschlechtlichen Partnern. In seltenen Fällen können auch andere Übertragungswege zustande kommen. Sobald die Impfstoffe verfügbar sind, sollte diesen Personen eine Impfung angeboten werden.

 

Übertragung

In der Regel erfolgt die Übertragung durch einen engen und direkten körperlichen Kontakt mit Erkrankten (Haut bzw. Schleimhautkontakte, sexuelle Kontakte, Tröpfcheninfektion während eines intensiven face-to-face-Kontakts, Schmierinfektion nach Kontakt zu Bläscheninhalt oder infektiösen Schorfpartikeln oder durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten).

Das Virus kann aber auch durch Gegenstände wie Sexspielzeug oder kontaminierte Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher übertragen werden!

 

Symptome

Erste unspezifische Symptome können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, zumeist schmerzhafte Lymphknotenschwellung sowie ein allgemeines Krankheits- und Erschöpfungsgefühl sein. Im weiteren Verlauf kann nach 1-3 Tagen ein pockenähnlicher Hautausschlag ausgehend vom Ort der Infektion auftreten, der teilweise stark juckend oder schmerzhaft sein kann.

 

Was tun?

Die Erkrankung ist in Österreich meldepflichtig. Um eine weitere Verbreitung der Affenpocken zu vermeiden, ist es besonders wichtig, bei geringstem Verdacht umgehend eine gesicherte Diagnosestellung (PCR, Virusisolierung) zu veranlassen, an Affenpocken erkrankte Personen zu isolieren und entsprechende Hygienemaßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung einzuhalten.

 

Welche Impfung gibt es?

Die Impfung mit Jynneos, die in den nächsten Monaten in Österreich verfügbar sein wird, erfolgt in zwei Dosen. Die zweite Impfung soll 28 Tage nach der ersten Impfung verabreicht werden. Für Personen, die vor Jahrzehnten mit Pockenimpfstoffen der 2. Generation geimpft wurden (schriftliche Dokumentation optimal, Geburtsdatum bis 1980 und Narbe nach Pockenimpfung können ein Hinweis auf eine vorangegangene Impfung sein), kann von einer gewissen Immunität ausgegangen werden. und eine einmalige Impfung ist ausreichend.

 

Wie kann ich mich schützen?

Die wichtigsten Maßnahmen, um das Übertragungsrisiko zu senken, sind neben der Impfung:

  • Bei sich und anderen auf Hautveränderungen achten und Haut- und Schleimhautkontakt damit (Ausschlag, Bläschen, Wunden, Schorf) möglichst vermeiden.
  • Beim Sex keine Gegenstände (zum Beispiel Dildos und andere Sextoys) teilen.

Bei sexueller Übertragung führen die Erreger an den Eintrittsorten (vor allem Mund, Penis/Genitalregion, Analregion) oft zu sehr schmerzhaften Symptomen. Kondome senken das Risiko!

Das Affenpocken-Risiko wird weiter gesenkt, wenn man Kontakt mit Gegenständen und Textilien vermeidet, die länger mit Hautveränderungen von Erkrankten in Berührung waren. Affenpockenviren können außerhalb des Körpers längere Zeit ansteckend bleiben.

 

 

Quellen

Deutsche Aidshilfe: https://www.aidshilfe.de/affenpocken#betreffen-affenpocken-nur-m-nner-die-sex-mit-m-nnern-haben-

Aidshilfe Wien: https://aids.at/thema/affenpocken/

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: https://www.sozialministerium.at/dam/jcr:79e25a6b-ed27-4fb2-9adf-866ba504a899/Affenpocken_Impfempfehlung_Version-1.0_Stand-14.07.2022.pdf